Pflegehinweise

Die folgenden Hinweise helfen Ihnen, möglichst lange Freude mit Ihrer Mundharmonika zu haben.

 

Pflegehinweise für die Triola finden Sie ganz unten auf dieser Seite.

 

Die richtige "Betriebstemperatur":

Bitte achten Sie darauf, dass die Mundharmonika in etwa Raumtemperatur hat, wenn Sie beginnen zu spielen - wärmen Sie sie gegebenenfalls vor dem Spiel etwas auf oder blasen Sie vorsichtig hinein, um die Stimmzungen auf "Betriebstemperatur" zu bringen.

Temperaturen unter etwa 10°C sind kritisch für das Ansprechverhalten der Stimmzungen, die dann zum "klemmen" neigen. Neue Instrumente sollten etwas eingespielt werden - versuchen Sie es erstmal vorsichtig - unsere Instrumente sind vom Werk aus schon sehr luftdicht konstruiert, so dass evtl. weniger Luft benötigt wird als gewohnt.


> Service-Anleitung

(pdf-Download)

> hier durchblättern

Wie entstehen Stimmzungenbrüche?

Stimmzungen sind im Prinzip Federpendel - jede Feder besitzt eine obere Belastungsgrenze - diese liegt bei Edelstahl-Stimmzungen höher als bei Messing-Stimmzungen - alle Arten von Stimmzungen können brechen, wenn diese Grenze überschritten wird.

Der Grund für frühe Stimmzungen-Brüche oder Verstimmen ist oft ein zu hoher Spieldruck bei schlechtem Spielansatz. Außerdem unterliegen Stimmzungen einem natürlichen funktionsbedingten Verschleiß, der nicht verhindert werden kann.

Falls eine Stimmzunge gebrochen ist, schicken Sie das Instrument bitte zu einem unserer Service-Partner oder an unser Stammhaus in Klingenthal. Sie können einzelne Stimmzungen oder Stimmplatten auch im eShop bestellen.

 

Anblastechnik:

Spielen Sie das Instrument also nicht mit zuviel Druck - "atmen" sie die Töne mehr als sie "anzupusten" oder stark "zu saugen". Die Stimmzungen sind bei dezenter Spielweise mit der richtigen Atemtechnik (Bauchatmung) viel langlebiger und verstimmen sehr viel weniger als bei zu hartem Spiel.

 

Der richtige Ansatz:

Die entstehende Lautstärke und der Klang sind nicht nur eine Frage des Spieldrucks, sondern vielmehr eine Frage des richtigen Spielansatzes.

Experimentieren Sie mit der Mund- und Rachenform, wenn sie Töne unterschiedlicher Tonhöhe spielen wollen - tiefe Töne benötigen eine längere Luftsäule als hohe Töne - geben Sie also den Tönen den "richtigen Raum" und Sie werden feststellen, dass Sie sie in der gewünschten Lautstärke "zum Singen" bringen können, ohne dass sich der Spieldruck zu stark erhöht.

 



Links: Mundraum bei tiefen Tönen (wie beim Vokal "U"), Mitte: Mundraum bei mittleren Tönen (wie beim Vokal "E"), rechts: Mundstellung bei hohen Tönen (wie beim Vokal "I")

 

Ihr Mund- und Rachenraum ist der Resonanzkörper für den erzeugten Ton - Sie und die Mundharmonika bilden also eine funktionelle Einheit. 

 

Bending und Overblow:

Das Erzeugen von Bending Tönen oder Overblows zum Spielen der fehlenden Halbtöne auf diatonischen Mundharmonikas erfordert spezielle Spieltechniken - beide Techniken funktionieren ohne große Anstrengung und mit wenig Luft, wenn Ihre Zunge und Ihr Mund- und Rachenraum die richtige Form haben und die Stimmzungen entsprechend eingestellt sind. Es macht keinen Sinn diese Töne "mit Gewalt" (also mit zu hohem Spieldruck) erzeugen zu wollen, weil dadurch die Stimmzungen zu stark belastet würden und zum Verstimmen neigen.

 

Ventilpflege:

Ventile können aufgrund des Speicheleintrags beim Spielen verkleben. Sie bestehen meistens aus zwei Folien, einer der Stimmplatte zugewandten Ventilfolie und einer Deckfolie. Die Erfahrung hat gezeigt, dass oft die Deck-/Stützfolie mit der eigentlichen Ventilfolie verklebt, wenn der Speichel austrocknet - die übrig-bleibenden Speichelproteine bilden einen guten "Klebstoff".

Wenn Sie ein angefeuchtetes Löschblatt (oder feuchtes Papier aus Kaffeefiltern) zwischen beide Folien schieben (die Folien vorher vorsichtig mit einer Nadel voneinander trennen!), mit dem Finger etwas andrücken und dann nach einer kurzen Zeit das Papier vorsichtig zwischen den beiden Folien herausziehen, besteht eine gute Chance, dass das Ventil nachher wieder funktioniert. Vorsichtshalber können Sie auf dieselbe Art und Weise auch die Stimmplatte und die Ventilfolie reinigen. Lesen Sie dazu auch >Tipp Nr.8

Ventile sind Verschleißteile , die nicht von der Hersteller-Garantie abgedeckt sind. Falls die Ventile erneuert werden müssen oder sonstige Fehler auftauchen, schicken Sie das Instrument bitte zu einem unserer Service-Partner oder an unser Stammhaus in Klingenthal. Sie können aber auch Ersatzventile im eShop erwerben und selbst ersetzen.

 

Was tun, wenn der Schieber klemmt?

Bei Modellen mit Schieber kann es vorkommen, dass dieser nach einer Zeit durch Speichel- und Staubeintrag schwergängig wird. Sie können das Instrument mit dem Mundstück nach unten in eine flache Schale mit Wasser stellen - achten Sie darauf, dass nur das Mundstück und der Schieber eintauchen! Bewegen Sie den Schieber hin und her, bis er sich wieder frei bewegt.

Achten Sie darauf, dass bei dieser Prozedur kein Wasser in das Instrument selbst gelangt!

Trocknen Sie den Schieber danach durch Ausklopfen mit offenem und gedrücktem Schieber. Dieses Ausklopfen ist nach jedem Spielen zu empfehlen, da Sie so im Instrument befindliche überschüssige Flüssigkeit entfernen können, bzw. sie von den Ventilen abperlt.

Sollte der Schieber verbogen sein und sich dadurch nicht mehr richtig bewegen lässt, schicken Sie uns das Instrument zu oder kaufen sich einen neuen Schieber im eShop.

 

Reinigung von Stimmplatten und Kanzellenkörper:

Stimmplatten und Kanzellenkörper verschmutzen aufgrund des natürlichen Speichel- und Staubeintrags. Anfänger haben oft mehr Probleme mit zu feuchtem Spiel - daher ist, von Zeit zu Zeit, die Reinigung oft schon aus hygienischen Gründen empfehlenswert.

Sie können alle Blues-Modelle mit einem passenden Kreuzschraubenzieher auseinander bauen. Es empfielt sich zum Reinigen nur die Deckel ab zu schrauben - diese können mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Die noch auf dem Kanzellenkörper montierten Stimmplatten können bei starker Verschmutzung (außen) mit einer weichen Zahnbürste unter fließendem Wasser gereinigt werden (das funktioniert aufgrund der Vollversiegelung auch bei Instrumenten mit Holz-Kanzellenkörpern ohne Probleme). Stimmplatten, die mit Ventilen versehen sind, können nicht mit Wasser und /oder Bürste gereinigt werden, ohne das die Ventile Schaden nehmen! 

Achten Sie auch darauf, dass sich die Borsten der Bürste nicht in den Stimmzungenschlitzen verklemmen und so die Stimmzungenlage verändern. Die Kanzellenöffnungen können ebenfalls mit lauwarmem Wasser durchgespült werden. Festklebende Schmutzpartikel können Sie vorsichtig mit einem Zahnstocher herauskratzen - achten Sie darauf, die Stimmzungen dabei nicht zu berühren. Die richtige Stimmzungenlage (auch >Lösabstand) ist essentiell für die Funktion der Stimmzunge und deren Ansprechverhalten beim Spielen. 

Trocknen Sie nach dem Reinigen die Instrumente gut aus - einmal indem Sie das Wasser aus den Kanzellenöffnungen herausklopfen. Lassen Sie dann die Instrumente an der Luft komplett trocknen. 

Wenn Sie die Stimmplatten vom Kanzellenkörper abschrauben und alle Teile einzeln reinigen, könnte es vorkommen, dass das Instrument danach nicht mehr genau so luftdicht ist, wie zuvor. Nach einer Weile schließen sich eventuelle mikrofeine Luftschlitze aber wieder durch den natürlichen Speicheleintrag beim Spielen. Bei chromatischen Instrumenten empfielt es sich besonders die Stimmplatten so selten vom Kanzellenkörper zu nehmen wie möglich.

Für Blues-Instrumente oder andere verschmutzte Einzelteile eignet sich auch ein Ultraschallbad zur Reinigung - bitte verwenden Sie nur reines (am besten destilliertes) Wasser und lassen Sie Reinigungsmittel weg. 

Achten Sie beim Zusammenbau auf eine passgenaue Lage der Stimmplatten an der Mundseite - bei Modellen mit Nut in der Stimmplatte müssen die Deckelplatten beim Festschrauben in der Nut liegen, damit das Instrument luftdicht ist. Ziehen Sie alle Schrauben nicht fester an als nötig - eine Regel ist dafür den Schraubenzieher nur mit Daumen und Zeigefinger zu halten, wenn Sie die Schrauben anziehen.  

 

Reparaturservice bei SEYDEL

Wir bieten einen >professionellen Reparatur-Service zu fairen Preisen an.

Durchgeführte Arbeiten sind allgemeine Wartung, Stimmzungentausch, Stimmplattentausch, Nachstimmen, Erneuern der Ventilierung, Schieberreparaturen und Ersetzen von anderen defekten Teilen.

Bitte legen Sie dem gesäuberten Instrument eine kurze Beschreibung des Fehlers, sowie Ihre volle Adresse und Tel. Nr./ Email-Adresse bei - in den meisten Fällen reparieren wir innerhalb weniger Werktage - in Einzelfällen kann es etwas länger dauern.

 

Hinweis: Unsachgemäßer Umgang bei den oben beschriebenen Pflegetätigkeiten führt zum Verfall der Herstellergarantie.

 

 

Pflegehinweise für die Triola

 

  • Bitte vermeiden Sie, dass ihr Kind Speise-/Getränkereste in das Instrument einbringt (Vorsicht vor allem bei zuckerhaltigen Getränken!).
  • Lassen Sie das Instrument nach dem Spielen an der Luft trocknen, bevor Sie es in die Verpackung zurückstecken.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, dass es das Mundstück nur mit den Lippen umschließt und nicht mit den Zähnen hält.
  • Bitte öffnen Sie das Instrument nicht selbst, da es nach dem Wieder-Zusammenbau undicht werden könnte, wodurch die Tonansprache leiden würde - defekte Instrumente schicken Sie zur Reparatur bitte zurück ans Werk - manchmal lohnt eine Reparatur nicht - wir werden Sie dann kontaktieren.

 

Druckansicht

JavaScript ist deaktiviert. Leider können Sie die Funktionen des Shops nicht nicht oder nur eingeschränkt nutzen.