Lösabstand einstellen

Soundcheck Vol. 3 - SETUP PACK

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SEYDEL Soundcheck Vol. 03 - SETUP PACK - alles was man zum Stimmzungen-Einstellen braucht - mit Anleitung auf dem 2GB USB-Stick


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Lösabstand einstellen

Definition Lösabstand

Die Öffnung, die die Stimmzungenspitze gegenüber der Mensur (bzw. dem Luftschlitz in der Stimmplatte) aufweist, nennt man den Lösabstand.

Ohne diesen Abstand an der Zungenspitze kann beim Blasen/Ziehen nicht genügend Luft durch den Schlitz gelangen, um auf der Gegenseite einen Unterdruck zu erzeugen. Kann ein genügend großer Unterdruck entstehen, wird die Zunge in den Schlitz gezogen. Durch die Federkaft der Stimmzunge schnellt diese dann wieder zurück, wird wieder vom Luftstrom erfaßt und schwingt wieder in den Schlitz usw.. Ohne den passenden Lösabstand kann dieser Zyklus nicht starten und die Zunge "klemmt" - natürlich kommt dann auch kein Ton.

Der "richtige" Lösabstand hängt stark von der Spielweise jedes einzelnen Spielers ab. Es lohnt sich, das Justieren der Stimmzungen selbst zu erlernen, da die Werkseinstellung gerade für Fortgeschrittene nicht das Optimum darstellen kann.

Besonders Ersatzstimmplatten benötigen oft das Nachjustieren der Lösabstände, damit alle Töne gleich gut ansprechen! Am besten wird der Lösabstand vor dem Einbau der Stimmplatten eingestellt - Feineinstellungen können dann nach Montage der neuen Stimmplatten gemacht werden, da man dann das Ansprechverhalten direkt testen kann.

>Praxis-Video zum Tauschen von Stimmplatten

 

Werkzeuge und Hilfsmittel: SEYDEL Setup Tool - Fühllehre/ Zungenheber / Löskeil

Das Hochbiegen der Stimmzungen beim Vergrößern des Lösabstandes funktioniert sehr gut mit einer Fühllehre, welche in unserem Grundwerkzeugsatz enthalten ist oder mit dem >SEYDEL Setup-Tool , das noch viele andere Funktionen hat (ein Ersatz könnten zB ein Zahnstocher und ein Blatt Papier sein).

Das enger Stellen funktionirt am besten mit der Fingerspitze oder mit dem Fingernagel des Daumens oder das schlanke Ende des Setup-Tools.

 

Vorsicht:

Wenn man zu viel hin - und her biegt kann sich die Tonhöhe ganz leicht ändern (der Ton wird um ein paar Cents tiefer). Ein Nachstimmen ist in solchen Fällen ratsam.

 

>Praxis-Video zum Stimmen von Mundharmonikas


Beim Stimmen wiederum kann sich aber auch der Lösabstand verändern, vor allem, wenn man innenliegende Stimmzungen stimmt, ohne die Mundharmonika zu zerlegen, wie nebenstehend zu sehen.

 

Faustegeln

Ein fester Wert für den Lösabstand für eine bestimmte Tonhöhe kann nicht benannt werden, weil die optimale Einstellung vom persönlichen Spielstil abhängt. Man findet den richtigen Lösabstand durch Erfahrung und Experimentieren.

Regel 1:

Der Lösabstand entspricht in etwa der Stimmzungenstärke (dies ist nur ein ganz grober Richtwert und gilt nicht für alle Zungen gleichermaßen!). Die Stimmzungen tiefer Töne (lange Zungen) besitzen generell einen größeren Lösabstand als Stimmzungen die für höhere Töne (kurze Zungen) gefertigt wurden.

Regel 2:
Je lauter (stärker oder mit mehr Druck) der Spieler spielt, desto größer sollte der Lösabstand sein.

Regel 3:
Nach jedem Einstellvorgang sollten die Stimmzunge mit dem Blatt der Fühllehre angehoben und dann schnappen lassen werden, damit sich die Zunge "setzt".

Regel 4:
Das Biegeprofil einer Stimmzunge sollte nicht sichtbar gekrümmt sein, sondern annähernd gerade bleiben (Beachten Sie: leichte Löskurven können auch vorteilhaft für die Tonansprache sein).

Lösabstand zu groß oder zu klein?
Wer mit viel Druck (bzw. hohem Adrenalinpegel) spielt benötigt einen etwas größeren Lösabstand, damit die Zunge gut anspricht und nicht im Kanal "hängen bleibt".
Trotzdem muss der Ton auch bei geringem Luftvolumenstrom, also auch bei leisem Spiel ansprechen.

Ist der Lösabstand zu groß wird der Ton nicht oder erst mit viel Spieldruck ansprechen. Weiter gelöste Stimmzungen sind weniger luftdicht als enger eingestellte Stimmzungen. Das Ziel sollte es sein die Stimmzungen so "flach zu legen", dass sie "im Eifer des Gefechts" nicht "hängen bleiben", bei leisem Spiel aber nicht zu viel Luft "verbrauchen".

 

Lösabstand verkleinern
Mit dem Daumennagel, wie im Bild links zu sehen, kann der Lösabstand verkleinert werden. Anschließend sollte die Stimmzunge angehoben und schnappen gelassen werden, damit sie ihre neue Nullposition findet. Ist der Lösabstand zu gering, ist die Tonansprache schon bei mittlerem Spieldruck sehr schlecht (verzögerte Lautstärkeentwicklung) oder es kommt gar kein Ton.

 

 

Lösabstand vergrößern
Durch Unterlegen der Fühlllehre (oder eines Blatt Papiers) kann der Lösabstand vergrößert werden (s. Bild). Bei innen-liegenden Stimmzungen und nicht abgeschraubten Stimmplatten kann man mit einem Zahstocher ganz einfach von Innen gegen die Zunge drücken und diese so fein justieren.
Beim Hochbiegen sollte man darauf achten, dass sich die Biegezone nicht unmittelbar vor dem Stimmzungenfuß befindet, da die Zunge an dieser Stelle ohnehin zu steif ist. Gleichzeitig darf das Biegeprofil keine (zu große) Kurve beschreiben, sondern sollte relativ gerade bleiben.

 

TIPP: Weitere Kurzanleitungen (mit Klangbeispielen) finden Sie >hier (Tipp 1) oder in >diesem Video.

 

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