Bending Physik

Double Reed Bending

Beim Bending auf der Blues-Harmonica sind immer zwei Zungen beteiligt (nach dem Prinzip der "schließenden und öffnenden Stimmzungen"). Beim Spielen eines regulären Blas- oder Ziehtons ist nur eine Stimmzunge beteiligt. 

Schwingende Stimmzungen beim Spielen von natürlichen Tönen (ziehen oben, blasen unten)

 

 

Fehlende Töne blasen Eb1     Eb2 f#2 Bb2        

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bb3
              Eb3 f#3 B(h)3
Blasen c1 e1 g1 c2 e2 g2 c3 e3 g3 c4
Kanal 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Ziehen d1 g1 b(h)1 d2 f2 a2 b(h)2 d3 f3 a3
Fehlende Töne ziehen Db1 f#1 Bb1 Db2   Ab2        
  f1 a1              
    Ab1              
            Db3   Ab3 Db4

 

Alle möglichen Töne auf der auf der Blues Harmonica - Bending Töne in dunkel grau (Overbends in orange - um die soll es hier nicht gehen) - natürliche Töne hell-grün.

 

Zieh-Bendings

Zum Beispiel: In Kanal 1 auf einer C-Blues Harmonica befinden sich der höhere Ziehton D und der einen Ganzton tiefere Blaston C.

Beim Bending verformt der Spieler seinen Mund-Rachenraum so, dass die den normalen Ziehton erzeugt nach und nach zum Stehen kommt (= schließende Stimmzunge).

Das wird erreicht, indem er so etwas wie beim Sprechen der Silbe "iouhh" mit dem Mund formt. Aufgrund der Verbindung der jetzt stehenden D-Stimmzunge mit der C-Stimmzunge im selben Kanal beginnt jetzt die Blaszunge zu schwingen (= öffnende Stimmzunge).

Schwingende Stimmzungen beim Spielen von Bending-Tönen (ziehen unten, blasen oben)

 

Die Blaszunge erzeugt dann einen Ton, der genau zwischen dem D und dem C liegt, nämlich das C#/Db (Cis oder Des sind derselbe Ton) - es schwingt also die Blaszunge, obwohl man an dem Kanal zieht!

Genauso verhält es sich bei den anderen Tönen in 1-6 auf der Blues Harmonika. Bei der RIchter Stimmung ist in 1-6 immer der Ziehton höher gestimmt als der Blaston und die durch Bending erzeugten Töne ergeben sich aus dem Tonabstand des höheren Ziehtons und des tieferen Blastons:

Im 5. Loch ist der Ziehton ein F und der Blaston ein E - dazwischen gibt es keinen Halbton, daher kann man den Ton in 5 ziehen nicht richtig herunter-benden - das hat NICHTS mit der Dicke oder Steifigkeit der Zungen in diesem Kanal zu tun.

 

Blas-Bendings

Bei den Tönen ab Kanal 7 verhält es sich genau umgekehrt: Durch die Verfomung des Mundraums muss die Blaszunge zum Stoppen gebracht werden (in etwa wie beim Formen der Silbe "aiiihh").

Hier ist der Blaston höher gestimmt als der Ziehton - die Blaszunge wird zur schließenden, die Ziehzunge zur öffnenden Zunge. Dadurch ergibt sich, dass die Bendingtöne in 7-10 durch Blas-Bendings erzeugt werden.

 

Wie tief herunter kann ein Ton gebogen werden?

Die "Tiefe" des Bendings ergibt sich auch bei den Blasbendings aus dem Tonabstand im jeweiligen Kanal, z.B.:

Zwischen dem höheren E und dem D in Loch 8 kann man das D#/Eb erzeugen. In Loch 8 befinden sich ds C und das B (bzw.H) dazwischen liegt, wie in Loch 5, kein Halbton und das Blasbending ist hier nicht richtig möglich. Auf der Richter Harmonicas lassen sich demnach der Blaston in Kanal 10 und der Ziehton in Kanal 3 am weitesten herunter biegen (bis zu 1 1/2 Ganztöne). Diese möglichen Halbtöne gut zu intonieren erfordert einige Übung und ein gutes Ohr!

 

Single Reed Bending

Bei einer anderen Art des Bednings ist nur eine Stimmzunge beteiligt - dies ist der Fall bei ventilierten Instrumenten oder bei Harmonicas bei denen die Zieh- und Blaszunge nicht in einem Kanal "miteinenander verbunden" sind. Diese Einzelzungen-Bendings reichen maximal einen Halbton tief und können nur mit wenig Druck in Stimmung gehalten werden. Trotzdem reichen diese Einzelzungen-Bendings glücklicherweise aus um Farbe und Gefühl in eine Melodie oder ein Solo, z.B. auf einer Chromatischen zu bringen!

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