12-Loch Sonderstimmungen

Beschreibungen der Startstimmungen für 12-Loch Modelle

 

Bitte beachten: Für die Konfiguration bietet es sich am Anfang an eine tiefe Stimmungsvariante zu wählen, z. B. LC oder LD. 

 

Richter

Die Mutter aller Stimmungen auf der 10-Loch diatonischen Mundharmonika ist gleichzeitig die am weitesten verbreitete Stimmung - sie eignet sich für Melodie und/mit Akkordbegleitung beim klassischen Spiel in der 1. Position. Die meisten Blues/Rock-Spieler spielen aber in der sog. Cross-Position (2. Pos.). Bendings und Overblows können eingesetzt werden um über den gesamten Tonumfang chromatisch zu spielen. Diese Stimmung gibt es als eigenes Produkt im >eShop!

 

Solo/Tonleiter

Die Solo-Stimmung wird hauptsächlich bei chromatischen Mundharmonikas, aber auch bei Volksmusik-Modellen eingesetzt. Die so genannte Zentral-Oktav, also die komplette Durtonleiter wird über die gesamte Mundharmonika in 4-Loch Paketen wiederholt, so dass am Ende und Anfang der Tonleiter "doppelte Töne" entstehen. Für das moderne Mundharmonika-Spiel eignet sich diese Stimmung besonders für Stücke in Moll, die in der 3. Position gespielt werden können. Diese Stimmung gibt es als eigenes Produkt (>Chromatik DeLuxe, >Solist Pro 12) im eShop!

 

Richter (Low Octave)

Diese Startstimmung entspricht 1:1 der Stimmung für unsere Solist Pro 12 (Low Oct) im Shop, die wir aber nur in einigen gängigen Tonarten anbieten. Es handelt sich von Kanal 4-9 um eine normal Blues Harmonica in Richter Stimmung, jedoch mit einer tiefen Richter Oktave in den Kanälen 1-3. Dadurch wird Begleitung und Rhythmusspiel im tiefen und im Standard-Register möglich!



Melodic Maker (Low Octave)

Diese Stimmung ist eine Synthese aus Country-Stimmung und Paddy Richter Stimmung. Die Erhöhung im Kanal 5 Ziehen um einen Halbton wird in Kanal 9 wiederholt. Zusätzlich ist der Blaston in Kanal 3 um einen Ganzton erhöht. Viele Melodien, die sonst nur mit Bending und Overblow spielbar wären können mit der Melodic Maker einfach gespielt werden. Bei der 12er-Variante (Low Octave) sind die unteren drei Kanäle mit den gleichen Tönen wie die Kanäle 4-6 bestückt, jedoch um eine Oktave tiefer gestimmt!

 

Paddy Richter (Low Octave)

Lediglich in Kanal 3 Blasen ist diese Harp um einen Ganzton höher gestimmt ggü. der Richter-Stimmung, was besonders für Irish Folk nützlich ist. Diese Stimmung gibt es als eigenes Produkt im eShop!


Zirkular/Melody King

Alle Töne der Tonleiter sind "logisch" angeordnet und durch abwechselndes Blasen und ziehen zu erreichen. Sie ermöglicht es - je nachdem welche Kanäle gleichzeitig gespielt werden- bis zu 12 Akkorde zu spielen. Aus diesem Grund ist es auch nicht so ganz einfach, die Tonart, für welche die Harp geeignet ist, eindeutig zu zuordnen. Kanal 1 blasen bezeichnet hier die Tonart der Harp, obwohl die spielbare Dur-Tonleiter 5 Halbtöne (bzw. eine Quart) höher liegt als die Bezeichnung der Harp. Die Durtonleier beginnt in 2 ziehen. Diese Stimmung gibt es als eigenes Produkt im >eShop!

 

Country (Low Octave)

Kanal 5 ziehen ist um einen Halbton höher. Dies bedeutet für den Ziehakkord, dass ein Major7 vorhanden ist, während man diesen Ton (große 7) ja durch Bending wieder ins bekannte Richter-Schema drücken kann (kleine 7). Man gewinnt also ohne große Anstrengungen einen Ton dazu. Man kann die komplette Dur Skala ohne Overblow in der 2. Position spielen – diese wir oft in der Country Musik verwendet. Bei der 12er-Variante (Low Octave) sind die unteren drei Kanäle mit den gleichen Tönen wie die Kanäle 4-6 bestückt, jedoch um eine Oktave tiefer gestimmt!

 

Bebop

Die Bebop-Stimmung erweitert die Solo-Stimmung um genau einen Ton – bei einer C-Dur-Tonleiter um ein Bb, so dass keine doppelten Töne entstehen wie bei der Solo-Stimmung. Die Bebob-Stimmung wird meist bei chromatischen Mundharmonikas eingesetzt und ist bei einigen Jazz-Spielern (z.B. Bill Barrett) sehr beliebt. Diese Stimmungsvariante gibt es nicht im eShop!

 

Vermindert/Diminished

Diese Stimmung eignet sich wunderbar zum Improvisieren über verschiedene Skalen. Man kann, wenn man die Bending-Technik beherrscht, sogar voll chromatisch improvisieren und ist damit nicht auf die Blues-Skala beschränkt. Mit nur vier unterschiedlichen Skalen-Pattern ist es möglich in jeder Tonart u spielen. Die Töne ergeben jeweils einen verminderten Akkord. Bei der 12er-Variante (Low Octave) sind die unteren drei Kanäle mit den gleichen Tönen wie die Kanäle 4-6 bestückt, jedoch um eine Oktave tiefer gestimmt!

 

Übermäßig/Augmented/Ganzton/Whole Tone/Augmented Spanish

Man braucht bei jeder der Augmented Varianten nur 4 Patterns zu erlernen, um in jeder Tonart spielen zu können.

Variante 1): Die Akkorde liegen eine kleine Terz weit voneinander entfernt, der Blasakkord ist z.B. ein C Aug (C E G#) und der Ziehakkord ein D# Aug (D# G B) und klingen typisch orientalisch oder 'spanisch'.

Bekannt geworden als die Augmented-Spanish Stimmung durch Eric Chafer aus Frankreich, einem sehr versierten Folk-Harmonika-Spieler. Das Konzept ist, dass man mit dieser Stimmung eine voll chromatische Tonleiter allein durch Ziehbendings erreichen kann (jeder Ziehton läßt sich um 2 Halbtöne herunter "biegen"). 

Variante 2): Bei der "Whole tone" (oder manchmal auch einfach "Augmented")-Variante sind die Akkorde ebenfalls übermäßig. Der Blasakkord ist allerdings nur zwei Halbtöne tiefer gestimmt als der Ziehakkord (z. B. C Aug blasen (C E G#) , D Aug ziehen (D F# Bb)), so das durchweg nur 1/2 Ton-Bendings möglich sind. Wenn man abwechselnd zieht oder bläst bekommt man eine Skala, die nur aus Ganztonschritten aufgebaut ist – daher der Name „Whole Tone“. Für voll chromatisches Spiel benötigt man Overblows.

Vorsicht: Die Varinate 1) wird bei der Chromatischen auch als "Altered Wholetone" Stimmung bezeichnet. Manchmal findet man bei der Chromatischen Mundharmonika für Variante 2) einfach den Namen "Augmented"-Stimmung. 

Diese Stimmungen gibt es nicht im eShop!

 

Harmonisch Moll (Low Octave)

Die Harmonische Moll Skala leitet sich von der "gewöhnlichen" natürlichen Moll-Tonleiter ab. Im Gegensatz zu dieser, wird bei der harmonisch Moll Variante allerdings der siebte Ton um einen Halbton erhöht. Fach-Chinesen sprechen in diesem Zusammenhang auch gerne von der Bildung eines künstlichen Leittons, der sich zum nächsten Halbton hin auflöst. Alles was man intuitiv auf dieser Mundharmonika spielt, klingt etwas nach Tango oder Klezmer-Musik und bringt einen unweigerlich auf neue Ideen. Bei der 12er-Variante (Low Octave) sind die unteren drei Kanäle mit den gleichen Tönen wie die Kanäle 4-6 bestückt, jedoch um eine Oktave tiefer gestimmt!

 

Natürlich Moll (Low Octave)

Die Natürliche Moll-Tonleiter benutzt dieselben Töne wie die dazu gehörige Dur-Tonleiter, z. B. sind die Töne der C-Dur-Tonleiter (CDEFGAHC) dieselben wie die der A-Moll Tonleiter (A-Moll = A natürlich Moll=AHCDEFGA). Diese Skala klingt "traurig" und alles was man auf dieser Mundharmonika spielt bekommt einen Moll Charakter. Sowohl der Blas- als auch der Zieh-Akkord erklingen in Moll. Intuitives Spielen von Moll-Stücken wird dadurch erleichtert. Im Konfigurator wird diese Stimmung in der 1. Position dargestellt (1 blasen = Tonart der Harp). Wir kennzeichnen diese Stimmung im Shop in der 2. Position! Bei der 12er-Variante (Low Octave) sind die unteren drei Kanäle mit den gleichen Tönen wie die Kanäle 4-6 bestückt, jedoch um eine Oktave tiefer gestimmt!

 

4mal Richter

Diese Stimmungsvariante ist sehr interessant, wenn man z. B. als Blues Spieler in den Kanälen 1-3(4) auf der Bluesharp gut zurecht kommt, d. h. alle Bending-Töne sicher spielen kann. Da bei dieser 12-Loch Variante die Richter Oktave vier mal wiederholt wird, kann man ohne sich umstellen zu müssen alles, was sonst in 1-3 gespielt wird, jetzt auch in 4-6, 7-9 und 10-12 spielen! Dazu kommt, dass alle Oktaven spielbar sind! Beherscht man die Overblowtechnik, dann ist diese Stimmungsvariante, genau wie die Standard Richter Harp voll chromatisch spielbar und das mit nur einem OB in der Tonfolge (1, 4, 7 und 10)!

 

Easy 3rd (Low Octave), Do it! (by Dale King)

Diese Stimmung ist ideal für Mollstücke, weil man ohne viele Bendings (und somit ohne Intonationsschwierigkeiten) im dorischen Modus der dritten Position spielen kann! Dabei entsteht als ehemaliger Richter Zieh-Akkord nicht der gewohnte Dur Akkord (z.B. auf der C-Variante: D G HD), sondern automatisch der Moll Akkord (D F A D) der dritten Position - noch nie war das Spielen von Moll Stücken so einfach und intuitiv - interessant nicht nur für Rock und Blues, sondern auch viele Irish Folk Stücke, die man jetzt mit voller Akkordbegleitung spielen kann! Aufgrund der vorhandenen Akkorde (d-moll und C-dur, auf einer C) könnte man die Easy 3rd auch als "Reaggae-Harp" bezeichnen ;-) Bei der 12er-Variante (Low Octave) sind die unteren drei Kanäle mit den gleichen Tönen wie die Kanäle 4-6 bestückt, jedoch um eine Oktave tiefer gestimmt! Die Grundidee stammt von Dale King, einem amerikanischen Spieler, der in Deutschland lebt und Mundharmonika unterrichtet.

 

Richter (verrückt->)

Bei dieser Stimmungsvariante wird das Konzept der Richter Mundharmonika nach unten und oben um jeweils einen Kanal erweitert, so dass man sowohl "tiefer runter" als auch "höher raus" spielen kann! Die Standard Richter-Stimmung steckt in den Kanälen 2-11! Wenn Sie also G als Grundstimmung wählen, wir das Layout für ein Instrument in C dargestellt!!!!

 

Richter BBB (Bye bye bird)

Dies ist exakt die Stimmungsvariante (LC oder LD), die die Blues Legende Sonny Boy Williamson bei seiner Version von "Bye bye Bird" gespielt hat (>Youtube).  

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