Stimmen von Mundharmonikas

SEYDEL Toolset - Stimmen (D)

900001_D

Werkzeug Set zum Stimmen von Tonzungen




65,39 €
inkl. MwSt.

Werkzeuge und Hilfsmittel

Für das Stimmen benötigt man das passende Werkzeugset.

Ein Schleifgerät eignet sich wesentlich besser zum Stimmen als eine Stimmfeile, besonders bei Edelstahl-Stimmzungen. Als Messgerät für die Tonhöhe eignet sich ein gutes chromatisches Stimmgerät . Als Unterlage unter die Tonzunge wird eine Fühllehre benutzt. Für das Anheben der Stimmzunge beim Stimmen im eingebauten Zustand der Platte eignet sich Schraubendreher aus dem Werkzeugset oder ein Zahnstocher.

 

Wie überprüft man die Stimmung einer Mundharmonika?

Allgemeine Überlegungen: Bitte stelle sicher, dass Dein Stimmgerät auf A=443 Hz eingestellt (Basis Frequenz) ist - einige Spieler bevorzugen 442 Hz oder stimmen noch tiefer. SEYDEL nimmt 443 Hz als Basis, um die Richter-Instrumente zu stimmen. Wenn man dann Live spielt (und mit Deckeln), "landet" man bei 440 - 441 Hz, was gut zu anderen Instrumenten passt. Bitte achte darauf, jede einzelne Note mit einem neutralen und entspannten Ansatz an zu spielen. Das Instrument sollte etwas aufgewärmt und schon etwas "feucht" sein.

Einen wirklich "neutralen" Blas- oder Ziehansatz zu finden ist nicht leicht, und das Ergebnis hängt von dem Spieler ab, der gerade die

Tonhöhe bestimmen will. Jeder Spieler hat einen individuellen Spielansatz und eine individuelle Art die Töne zu prüfen.

Versuche daher jede Note mit unterschiedlichem Spieldruck zu spielen (leicht, mittel, hart). Um Oktaven zu überprüfen werden zwei Töne auf einmal gespielt, indem man die dazwischen liegenden zwei oder drei Kanäle (-- oder ---) mit der Zunge abdeckt (Splitting-Technik - gerade für die Zieh-Oktaven eine echte Herausforderung).

 

 

Das Stimmen einer Mundharmonika

Von Zeit zu Zeit sollte man die Stimmung einer Mundharmonika überprüfen - die Stimmzungen sind Verschleißteile (in etwa so, wie die Reifen eines Autos).

Benutze zum Stimmen eine Feile (oder den Kratzer bei Messing-Zungen), um mit ihr Material von der Stimmzunge abzutragen. Einen Ton hoch (#) stimmen kannst Du, indem Du etwas Material auf der Zungenspitze abfeilst. Die Zunge wird etwas leichter und sie schwingt dann in einer höheren Frequenz. Schiebe dazu zum Abstützen der Zunge den Zungenheber oder das Lösblättchen unter die Spitze der Zunge. Um einen Ton herunter zu stimmen (b), musst Du Material am Nietende der Zunge abtragen (s. Abb. unten). Bitte passe auf, dass Du die Kanten der Zunge dabei nicht beschädigst. Im Falle, dass die Zunge danach nicht mehr frei schwingt, benutze den Zungenschlüssel, um die Zunge wieder zu zentrieren oder den Kratzer oder das beiliegende dünne Blech, um herausstehendes Material von der Zungenkante zu entfernen.

 

Wichtige Anmerkung: Feile die Stimmzunge immer in Längs-richtung und vermeide vertikale Kratzer. Vertikale Vertiefungen können die Langlebigkeit sehr negativ beeinflussen, besonders wenn Du die Stimmzunge herunter stimmst!

Die nachfolgende Schritt-für-Schritt Anleitung zeigt, in welcher Reihenfolge Du vorgehen kannst, um eine Mundharmonika im "Compromised System" zu stimmen. Um die Stimmung nach jeder Veränderung zu überprüfen, halte das Instrument mit Deckeln. Spiele mit wenig, mittel und viel Luft und probiere unterschiedliche Ansätze, wie “t”, “g” und “h”. Vermeide es die Töne zu biegen (Bending) - atme durch das Instrument, anstatt stark zu ziehen oder zu blasen.

Tipp: Halte das Instrument locker mit zwei Fingern einer Hand und presse es nicht wie gewöhnlich fest an den Mund.

 

 

Eine Mundharmonika stimmen - so kannst Du vorgehen

Wärme die Mundharmonika durch Spielen etwa eine Minute lang auf (Du kannst sie auch kurz auf einer Heizung aufheizen).

Blas-Töne:

- Stimme den Grundton 4 blasen (Basis Frequenz A 443 Hz)

- Stimme die untere Oktave Tremolo-frei, starte mit 1 blasen (1--4 blasen - 0 Cent)

- Stimme alle Terzen (2, 5, 8 blasen) auf -14 Cent. Prüfe die Oktaven (mit Zungen-Splitting). Starte Deinen Test leise und steigere die Lautstärke, nimm am besten auch die Deckel dazu! (2--5, 5--8)

- Benutze immer den perfekt gestimmten tiefere Ton als Referenz zum Stimmen des höheren Tons innerhalb der Oktav.

- Stimme die Quinten (3, 6, 9 blasen) auf +2 Cent (prüfe die Oktaven (3--6, 6--9); als einzelne Töne und zusammen. Innerhalb eines großen Spieldruck-Bereiches sollte kein Tremolo-Klang mehr zu hören sein

Zieh-Töne:

- Stimme 2 ziehen genau gleich wie 3 blasen

- stimme die Oktave 1--4 ziehen auf +4 Cent (Tremolo-frei)

- stimme 3---7 ziehen auf -12 Cent, prüfe die Oktaven mit Splitting (drei Löcher müssen auf einmal mit der Zunge abgedeckt werden!)

- Wiederhole die Prozedur mit 4---8, 5---9 und 6---10 ziehen

 

Überprüfe die Stimmung nach einem Tag noch einmal - manchmal setzen sich die Zungen, und die Töne klingen tiefer als vorher.

 

Wichtige Anmerkung: Oktaviertes Spielen ist eine Technik, die im Blues oft angewendet wird. Versuche immer die Oktaven Tremolo-frei zu stimmen. Finde heraus, welcher der beiden Töne zu hoch oder zu tief ist, indem Du sie einzeln anspielst. Tipp: Du kannst Oktaven auch visuell prüfen, indem Du den Oktav-Klang am Computer aufzeichnest. Viele Programme zeigen die sog. Hüllkurve an (z.B. "Audacity", freeware). Wenn die Hüllkurve glatt und gerade aussieht, stimmt die Oktav. Wenn Du rhythmische Veränderungen siehst, ist ein Ton der Oktav nicht richtig gestimmt!

Versuche Veränderungen des Lösabstands beim Stimmen zu vermeiden. Ein elektrischer Bohrer mit einer feinen Schleifspitze ist am besten geeignet zum Stimmen, ohne den Lösabstand zu stark zu verändern. Eine Feile ist natürlich auch sehr gut geeignet, aber Du brauchst etwas Erfahrung, damit Du mit dem Einstellen des Lösabstands nicht wieder von vorne beginnen musst.

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